Menschen
  • Ulrike Modlinger

    Klimaschutzmanagerin aus Überzeugung

    Seit Juni 2015 ist Ulrike Modlinger Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Feldkirchen-Westerham und setzt sich als solche nicht nur bei landmobile für Elektromobilität ein, sondern für alle Belange, die den großen Diskurs „Klimaschutz“ in einer bayerischen 11.000-Seelen-Gemeinde berühren. Dabei hat sie vor allem einen Fokus: Netzwerkarbeit.

    Nachhaltigkeit ist Netzwerkarbeit
    Ulrike Modlinger ist Klimaschutzmanagerin aus Leidenschaft, so viel vorab. Das mag an ihrem forstwissenschaftlichen Studium liegen, an ihrem intrinsischen und langjährigen Interesse an Ökologie oder der Einsicht über die Gesetzmäßigkeit von Ökosystemen. Schlussendlich ist es aber vermutlich ihr allumfassender Begriff von Nachhaltigkeit, der sie zu einer Klimaschutzmanagerin aus Leidenschaft macht. Der Begriff kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts und bedeutet so viel wie: Es sollte immer nur so viel Holz geschlagen werden wie durch planmäßige Aufforstung durch Säen und Pflanzen wieder nachwachsen kann (vgl.: www.nachhaltigkeit.info). Stück für Stück wurde der Begriff bis heute weiterentwickelt – inzwischen ist man sich auch bei der UNO einig, dass Nachhaltigkeit nicht nur aus dem ökologischen, sondern auch aus dem sozialen und vor allem dem ökonomischen Aspekt besteht. Als gelernte Forstwissenschaftlerin fasst Frau Modlinger das nur mit anderen Worten zusammen: „Wir sind vernetzt mit dem Ökosystem, aber nicht nur in sich, sondern auch mit anderen Ökosystemen“. So bedingt sich schließlich auch ihre eigene Definition des Begriffs: „Nachhaltigkeit bedeutet für mich in längeren Zeiträumen, vernetzt und in Kreisläufen zu denken.“

    Das Wissen um die Bedeutung von Vernetzung ist es also, das Ulrike Modlinger dazu prädestinierte, in dem jungen Berufsbild der Klimaschutzmanagerin zu landen. So verknüpft sie in ihrer ganzheitlichen Haltung auch alle Maßnahmen, die auf der Agenda einer Klimaschutzmanagerin stehen können: Ob Bienen-Schutz, zu sanierende Häuser oder die Herausforderung, die BürgerInnen der Gemeinde an solche Themen heranzuführen – ihr ist es vor allem wichtig, Synergien zu schaffen, um gemeinsam an Fortschritten zu arbeiten. Und dazu sind Netzwerke nun mal am besten.

    Die Arbeit mit dem Netzwerk von landmobile
    In Netzwerken zu arbeiten bedeutet für Frau Modlinger ein gemeinsames Ziel zu definieren und gemeinsam daran zu arbeiten. Wie zum Beispiel in der Elektromobilität: „Wenn jeder da alleine vor sich hinarbeiten würde, wäre es sehr viel schwieriger“. Daher hält sie für den ländlichen Raum zum Beispiel ein gemeindeübergreifendes Mobilitätskonzept für besonders wichtig.

    So überrascht es nicht wirklich, dass Frau Modlinger in landmobile aktiv ist... Es sind die Kriterien – ein kleiner Kreis von Personen, eine gewisse Kontinuität und wenig Fluktuation –, die sie überzeugen. Denn so ließen sich am besten Verständnis untereinander, Synergien miteinander und Lösungen füreinander schaffen. Wie auch auf dem „Markt der Möglichkeiten“ von landmobile, bei dem sich die bayerischen Gemeinden über Hürden, Lösungen und Ideen gegenseitig beraten. Genau in solchen Formaten kommen dann durch viel Austausch die besonders interessanten Projekte zustande. Eines ihrer Lieblingsbeispiele ist der E-Mobilitätstag in Großhöhenrain: Gemeinsam mit der Firma Höhenrainer Delikatessen und dem AK-Energie organisierte sie den Tag, durch welchen schlussendlich über 300 Menschen die Möglichkeit bekamen, Elektroautos zu „erFahren“ und sich zu informieren.

    Und das ist für Frau Modlinger schließlich auch der Sprung zur Praxis. „Überzeugen statt überreden“ lautet ihr Credo, weshalb sie besonders stolz auf die Schnellladesäule in Feldkirchen-Westerham ist, die durch die Kooperation mit landmobile zustande gekommen ist. Stolz, weil die Ladesäule für eine Kleinstadt besonders viele Ladevorgänge aufweist. Dies ist nicht nur für die Größe der Stadt unüblich, sondern auch für ihre ländliche Lage. Vielleicht liegt es daran, dass die Feldkirchen-Westerhamer BürgerInnen besonders oft die Möglichkeit bekommen E-Autos zu testen, wie zum Beispiel durch die E-Testflotte von landmobile mit ihren vielfältigen Fahrzeugen. Vielleicht liegt es aber schlussendlich an der Arbeit von Frau Modlinger als Klimaschutzmanagerin, die es immer wieder – eben für das Netzwerken - zu nutzen weiß, dass die Schnellladesäule direkt vor dem Rathaus steht: „Seit der Inbetriebnahme der landmobile Schnellladesäule rede ich auch viel mit den E-Fahrzeug-Fahrern, wenn sie bei uns an der Ladesäule tanken.“

    So bleibt nur noch zu wünschen, dass die Feldkirchen-Westerhamer BürgerInnen weiterhin ihre Klimaschutzmanagerin genauso wertschätzen, wie Frau Modlinger selbst ihre Position als solche wertschätzt und dadurch den Klimaschutz in ihrer Gemeinde ein großes Stück vorwärtsbringt.