Alexandra Nawroth

Mit gutem Beispiel voran

Foto: Franz Hirlmeier; Alexandra Nawroth mit elektrischem Dienstwagen

Seit über 20 Jahren arbeitet die Ökotrophologin Alexandra Nawroth in der Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit von Non-Profit-Organisationen und Unternehmen im Bereich Gesundheit und Umweltschutz. Als Umweltbeauftragte des Abwasser- und Umweltverbands Chiemsee (AUV) setzte sie sich über drei Jahre unter anderem für die Förderung und Stärkung von E-Mobilität an der Seite vom landmobile e.V. ein.

Regierungsbezirk: Oberbayern


Alexandra Nawroth erreichte, dass der AUV ein Elektroauto als Dienstfahrzeug anschaffte und in Zusammenarbeit mit der mobilStrom-Initiative Chiemgau zahlreiche Ladesäulen im Chiemseegebiet errichtete. Damit machte sie den Umweltverband zum Vorreiter in der Region.

Bereits mit fünf Jahren erkannte Alexandra Nawroth, wie es um die Welt bestellt sei, wenn der Mensch so weitermache wie bisher. Schon damals bereiteten ihr „die unnatürlichen Kreisläufe, in die wir unseren Planeten tagtäglich hineinzwingen“ große Sorgen. „Ich bin als Umweltschützerin auf die Welt gekommen“, stellt die heute Fünfzigjährige fest. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Als studierte Ökotrophologin (TU) leitete Alexandra Nawroth unter anderem einen großen Münchner Arbeitskreis zur Gesundheits- und Umweltförderung, dem verschiedene Behörden und Unternehmen angehörten. Sie leistete Aufklärungsarbeit zum Thema Umwelt an verschiedenen Münchner Schulen und in anderen Einrichtungen. Inzwischen ist sie wieder im Gesundheitsbereich tätig, nachdem sie ihr Weg als Umweltbeauftragte für über drei Jahre an den Chiemsee geführt hat.

Elektromobilität für emissionsfreie Tourismusregionen und Ballungsräume
Auf die Frage, welche Rolle die E-Mobilität für sie spiele, hat Alexandra Nawroth eine klare Antwort: „Ich bin immer für die derzeit beste Lösung. Die E-Mobilität kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, um in Tourismusregionen und Ballungsräumen sowohl im Personen-wie auch im Lieferverkehr vor Ort keine Emissionen zu erzeugen.“ Bereits 2016 beschlossen die zehn Chiemsee-Bürgermeister, die E-Mobilität in der Chiemseeregion zu fördern. Zu Nawroths Aufgaben als Umweltbeauftragte des AUV gehörten der Ausbau des Ladesäulennetzes und die Beratung bei der Anschaffung von Elektro-Dienstfahrzeugen sowie bei der Einführung von E-Car-Sharing in den Gemeinden. Dabei stieß sie auch auf den landmobile e.V., der eben diese Tätigkeiten für Kommunen und Unternehmen übernimmt. Ihren Arbeitgeber konnte sie überzeugen, sich im März 2017 eine Renault Zoe und eine eigene Ladesäule anzuschaffen, die mit Strom aus regenerativen Quellen gespeist wird. Alexandra Nawroth nutzte das Auto für ihre Dienstwege. „Das Fahren mit E-Antrieb macht so viel mehr Spaß als mit dem Verbrenner, außerdem ist es leiser und vor Ort emissionsfrei.“ Auf die Reichweitenfrage antwortet sie schulterzuckend: „Bisher kam ich problemlos überall hin. 300 Kilometer im Sommer, 180 im Winter, das war bisher immer ausreichend.“ Aufgrund der guten Erfahrungen hat sich der AUV entschieden, ein weiteres E-Fahrzeug für Mitarbeiter anzuschaffen. In ihrer Freizeit ist Nawroth übrigens, wenn möglich, zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs.

Unterwegs für die E-Mobilität
In der E-Mobilität sieht Alexandra Nawroth große Chancen für die ländlichen Regionen, selbst wenn noch einige Hürden zu nehmen sind. „Auf dem Land spielt der Individualverkehr noch immer eine große Rolle. Die Entfernungen sind weiter und häufig muss mehr transportiert werden. Deshalb muss, um E-Mobilität in ländlichen Regionen zu fördern, das öffentliche Ladesäulennetz an Landstraßen und in ländlichen Wohnorten gut ausgebaut sein“, so Nawroth. Gemeinsam mit der mobilStrom-Initiative Chiemgau und dem landmobile e.V. schaffte sie den Ladesäulen-Ringschluss rund um den Chiemsee. In jeder dazugehörigen Gemeinde gibt es inzwischen mindestens eine Ladesäule, in einigen Gemeinden sogar acht bis zehn Ladepunkte. „Man darf einfach nicht lockerlassen“, erklärt die engagierte Umweltschützerin. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern, insbesondere Georg Beyschlag (https://www.landmobile.de/menschen/) und Matthias Trenkler, motivierte sie die Gemeinden, sich E-Fahrzeuge für den internen Gebrauch und E-Car-Sharing für den Bürgerservice zuzulegen. Die Gemeinde Prien plante jüngst, ein E-Car-Sharing-Fahrzeug anzuschaffen. Mit Nawroths Unterstützung wurden dazu mehrere Anbieter ins Rathaus geholt, um ihre Konzepte vorzustellen.

Ist die E-Mobilität ein Wirtschafts- oder Umweltthema?
„Die Elektromobilität ist sowohl ein Wirtschafts- als auch ein Umweltthema“, so Nawroth. Dadurch, dass sie am Einsatzort leise und abgasfrei funktioniert, sorgt sie dort für gesteigerte Lebensqualität. Das wiederum sei beispielsweise ein Argument für den Tourismus. In erster Linie aber, so Nawroth, sei die E-Mobilität ein Umweltthema. „Wichtig ist, dass der Strom aus regenerativen Energiequellen kommt. Auch die Rohstoffgewinnung und -Wiederverwertung muss so optimiert werden, dass die Umwelt am Ort des Abbaus möglichst nicht geschädigt wird. Dann sind wir einen großen Schritt weiter.“