Sieben Gemeinden wollen Elektroautos für alle

Foto: RATH; Bürgermeister und Funktionäre beim Projektstart: (oben von links):Thomas Einwang, Dr. Karl Dürner, Sissi Schätz, Erwin Baumgartner, Michael Hausperger; unten von links: vom landmobile e.V. Matthias Trenkler, Melanie Buchner und Daniela Wagner

Carsharing nimmt Gestalt an - Auch elektrisch betriebene Fahrräder und Roller im Angebot - 180 000 Euro Förderung von Bund

10.03.2020

Der Landkreis Mühldorf beteiligt sich am Förderprojekt "LandMobil" der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).
Ziel dieser Initiative ist es, die Mobilität im Ländlichen Raum zu verbessern. Dazu werden Fahrzeug-Sharingstationen installiert, die neben E-autos auch elektrische Fahrräder und elektrische Roller anbieten. An diesen Stationen können sich die Bürger, die zeitweise ein Fahrzeug benötigen, ein solches günstig ausleihen.

Um dieses Projekt zu starten, trafen sich auf Initiative von Christoph Mayerhofer, Klimaschutzmanager im Landratsamt, das verantwortliche Team des Vereins "landmobile" und die Bürgermeister der sieben Gemeinden Ampfing, Buchbach, Haag, Neumarkt-St.Veit, Oberbergkirchen, Schönberg und Schwindegg. Die verbesserte Erreichbarkeit von Haltestellen, Bahnhöfen und Arbeitgebern durch die Überbrückung von Streckenabschnitten mithilfe von Sharing-Fahrzeugen, die erhöhte Flexibilität im ÖPNV und Lösungsansätze für die Mobilität im Alter und von Jugendlichen, sollen die Mobilität im Landkreis Mühldorf erheblich verbessern. Damit einhergehend könne eine Reduzierung von Fahrzeugen sowie von Einzelfahrten im Individualverkehr einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende im ländlichen Raum leisten.

Landrat Georg Huber verwies stolz auf die Quote in seinem Haus, die Hälfte aller Fahrzeuge seien elektrisch betrieben. Er betonte aber auch, dass neben der Elektromobilität andere Energieformen genutzt werden müssten.
Der Zweite Vorsitzende des Vereins "landmobile" Andreas Eichhorn, blickte kurz zurück auf die Entstehung seines Unternehmens: 2013 war es im Chiemgau als Modellprojekt der Ländlichen Entwicklung im Bereich Elektromobilität entstanden. Vorsitzender Georg Beyschlag wollte diese Energieform von der Stadt auf das Land bringen. Die technische Leitung des Projekts obliegt Matthias Trenkler, während sich Melanie Buchner als Assistentin der Projektleitung um die Koordination kümmert. Administrativ steht ihr Daniela Wagner zur Seite. Kim Pannek ist für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing verantwortlich, Felix Weiß für die technische Umsetzung.

Bürgermeister Josef Grunder aus Ampfing betonte, dass es in seiner Gemeinde schon Ladesäulen für elektrisch betrieben Fahrzeuge gebe, es sei aber noch Bedarf da.
Michael Hausperger aus Oberbergkirchen sieht Elektroautos, die man sich bei Bedarf ausleihen kann, als eine gute Möglichkeit, wenn ein Arztbesuch ansteht.
Erwin Baumgartner spricht von einem großen Bedarf in Neumarkt-St. Veit. Komme zum Beispiel jemand mit dem Zug am Bahnhof an, sei selten ein Taxi zu bekommen, um etwa zu einem der drei großen Neumarkter Altenheime zu fahren.
Sissi Schätz aus Haag kann sich Familien vorstellen, die ohne ein Zweitauto auskommen wollen, aus ökologischen und finanziellen Gründen.
Thomas Einwang sieht in Buchbach viel Nachholbedarf in Sachen ÖPNV. Im Zuge steigender Preise, zum Beispiel für Mieten, werden sich viele ein Zweitauto nicht mehr leisten können. Da sei Carsharing eine gute Alternative.
Alfred Lantenhammer: "Die Gemeinde Schönberg erzeugt sechsmal so viel Strom wie sie selbst braucht. Die elektrischen Autos können also geladen werden."
Dr. Karl Dürner betone, dass in Schwindegg bessere Mobilität gegeben sei, da es an der Bahnlinie nach München liege. Seiner Meinung nach sind aber nicht E-Autos, sondern wasserstoff-betrieben Fahrzeuge die Technik der Zukunft.
hra/sb