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DER HOKI+ TRIFFT DEN NERV DER ZEIT

  • 19. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

In Zeiten wachsender urbaner Mobilität und zunehmender Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr gewinnen flexible, bedarfsgerechte Verkehrskonzepte immer mehr an Bedeutung. Ein innovatives Beispiel für den ländlichen Raum stammt aus Holzkirchen – der sogenannte hoki+. Für unser heutiges Interview haben wir Eva-Maria Schmitz eingeladen. Sie ist die Leiterin der Standortförderung in Holzkirchen und spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung des hoki+. Als Projektleiterin innerhalb der Verwaltung bringt Frau Schmitz wertvolle Einblicke in die Hintergründe, Zielsetzungen sowie die Herausforderungen dieses innovativen Verkehrsangebots. Sie erklärt uns, wie das Projekt entstanden ist, welche Vorteile es bietet und welche Perspektiven für die Zukunft bestehen.


Frau Schmitz, der On-Demand-Verkehr hoki+ ist mittlerweile fest im Mobilitätsangebot Holzkirchens verankert. Über 6.000 Fahrgäste pro Monat sprechen eine deutliche Sprache. Was macht den Erfolg aus?

Wir glauben, dass der Erfolg des hoki+ auf mehreren Faktoren beruht. Zum einen haben wir ein sehr niederschwelliges, flexibles Angebot geschaffen – der Bus kommt dahin, wo er gebraucht wird, und das ohne festen Fahrplan. Zum anderen haben wir von Anfang an stark auf Kommunikation, Bürgernähe und Kooperation mit dem Verkehrsträger gesetzt. Das Vertrauen in das Angebot hat sich so schnell entwickelt – und das sehen wir nun in den Nutzerzahlen.

 

Wie hat sich das Projekt seit dem Start entwickelt? Gab es anfangs Herausforderungen?

Oh ja, wie bei jedem Pilotprojekt. Anfangs war die Skepsis spürbar – sowohl bei Bürgerinnen und Bürgern als auch in der Politik. Funktioniert das wirklich? Doch schon nach wenigen Monaten war klar: Das Angebot trifft einen Nerv. Gerade Menschen, die vorher kaum mobil waren – Ältere, Jugendliche, Menschen ohne eigenes Auto – nutzen den hoki+ intensiv. Die größte Herausforderung war sicher die technische Einführung: App, Routing, Haltepunkte – da mussten viele Zahnräder ineinandergreifen. Aber unser Verkehrsunternehmen und unsere Partner haben hier tolle Arbeit geleistet.


Was unterscheidet den hoki+ von klassischen Buslinien?

Flexibilität und Bedarfsgerechtigkeit. Der hoki+ fährt, wenn er gebraucht wird – nicht nach starren Linien oder Zeiten. Über die App oder telefonisch buchen die Fahrgäste ihre Fahrt von Haltestelle zu Haltestelle. Das ist ein echter Gamechanger für Mobilität im ländlichen Raum, wo klassische Busangebote wirtschaftlich oft schwer tragbar sind.


Wie wurde das Angebot in die Gesamtmobilität der Gemeinde eingebunden?

Von Anfang an war klar: Der hoki+ soll den ÖPNV ergänzen, nicht ersetzen. Er schließt die Lücken im Taktverkehr und verbindet Außenbereiche, Wohngebiete und wichtige Orte wie Bahnhof, Ärzte oder Einkaufs-möglichkeiten. Gerade die Kombination aus Bahn, Bus und hoki+ macht die Wege für viele deutlich einfacher.

 

Welche Rolle spielt die Standortförderung konkret im Projekt?

Wir verstehen uns als Bindeglied: zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinderat, Verkehrsunternehmen und Technologie-anbietern. Wir hören genau hin, wo der Schuh drückt, bringen Ideen ein und treiben die strategische Weiterentwicklung voran – sei es bei der Öffentlichkeitsarbeit, beim Monitoring oder bei der Optimierung von Haltepunkten.


Was raten Sie anderen Kommunen, die ein ähnliches Angebot etablieren möchten?

Ein On-Demand-System ist kein Selbstläufer, aber es lohnt sich. Wichtig ist, klein zu starten, gut zu kommunizieren und sich realistische Ziele zu setzen. Unbedingt empfehlenswert ist auch die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger – etwa über Infoveranstaltungen oder Umfragen. Und: Ein verlässlicher Partner für Betrieb und Software ist das A und O.

 

Wie geht es mit dem hoki+ weiter – gibt es schon Pläne?

Ja – wir arbeiten bereits an einer möglichen Erweiterung der Betriebszeiten und denken über ein weiteres Fahrzeug nach. Unser Ziel ist es, dauerhaft ein verlässliches, attraktives und nachhaltiges Mobilitätsangebot zu bieten – für alle Generationen.

 


Vielen Dank für das Gespräch – und weiterhin gute Fahrt mit dem hoki+!


Weitere Informationen zum hoki+ findet ihr auf der Homepage der Marktgemeinde Holzkirchen.

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